BONNIE & CLYDE

 

Architekturstudierende der STAATLICHEN AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE STUTTGART
planen in Kooperation mit Stammler Architekten Lebensräume für eine Stuttgarter Baugemeinschaft.

 

PROJEKTBESCHREIBUNG

Weissenhof – Kunstakademie – Killesberg
Eine baugeschichtliche und lokale Brücke schlagen…

Wie wohnen? Diese konkrete Frage, die anlässlich des ersten modernen Wohnprogramms am Killesberg in der Konzeption der Weissenhofsiedlung gestellt wurde, beeinflusst heute immer noch nicht nur viele zeitgemäße  Bauvorhaben am Killesberg, sondern begleitet auch Genera-
tionen von Studenten der benachbarten
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Anlässlich dieses öffentlichen Bewerbungsverfahrens der Stadt Stuttgart um das Bebauungsgebiet W1 ist der Lehrstuhl für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen unter Leitung von Prof. Mark Blaschitz der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart von der Baugemeinschaft Killesberg angefragt worden, im unmittelbaren Kontext des Weissenhofs und des Höhenparks ein Wohnbauprojekt zu realisieren, das den urbanen und modernen Wohnanforder-
ungen des 21. Jahrhunderts – 84 Jahre nach dem Weissenhofexperiment – gerecht wird. Welch spannende Brücke also, die hier in diesem baugeschichtlichen und lokalen Kontext ge-
schlagen wird!

Ein Entwurfsresümee
Ein authentisches und urbanes Konzept mit zeitgemäßer Identität

Aus der intensiven Zusammenarbeit der Baugemeinschaft Killesberg mit dem Lehrstuhl für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen unter Leitung von Prof. Mark Blaschitz und der
Baukunstklasse entwickelte sich ein überzeugendes authentisches und urbanes Konzept. In dem aufgelockerten, individuellen Gebäudeensemble aus einer abwechslungsreichen Konfiguration von horizontalen und vertikalen Elementen mit spannungsvollen Verschiebungen und Einschneid-
ungen zeigt sich der zeitgemäße und funktionale
Ausdruck des Entwurfes. Eine angemessene, lebendige und identitätsstiftende Architektur in dem besonderen Kontext aus Weissenhof, Kunstakademie und Killesbergpark entsteht, welche die Lebensqualität der exzellenten Lage mit einem herausragenden Gemeinschafts- und Energiekonzept unterstreicht.

Das Entwurfsziel
Eine angemessene, lebendige und zeitgemäße Architektur in dem besonderen Kontext aus Weissenhof, Kunstakademie und Killesbergpark in ökologischer und nachhaltiger Bauweise

Außerordentliches Entwurfsziel ist es, eine angemessene, lebendige und zeitgemäße Architektur in dem besonderen Kontext aus Weissenhofsiedlung, Kunstakademie Stuttgart und Killesberg mit Höhenpark zu kreieren.
Dieser Rahmen bedingt selbstverständlich eine besonders ökologische und nachhaltige
Bauweise,die sich in den Konzepten der Energieversorgung und -einsparung, der Konstruktion und der Fertigung sowie der Materialität manifestiert.
Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit im Sinne einer dauerhaften Nutzbarkeit und Werterhaltung stellt ebenfalls eine wichtige und evidente Entwurfsgrundlage dar.
Darüber hinaus ist ein generationenübergreifendes Konzept integrativer Bestandteil des Planungsziels. Aufgrund dessen folgt beispielsweise die Erschließung aller Wohnungen den Vorschriften der Barrierefreiheit.

 

Das Entwurfskonzept
Horizontalität und Vertikalität, Einschnitte und Ausschnitte – das sind die zentralen Themen des architektonischen Konzeptes des Gebäudeensembles, um die Lebensqualität der exzellenten Lage zu unterstreichen

Um einer umwelt- und flächenschonenden
Bebauung Rechnung zu tragen, werden die Bebauungsgrenzen nicht ausgereizt, sondern auf spielerisch-leichte Art und Weise eingehalten. Ein Gebäudeensemble aus zwei Baukörpern
unterschiedlicher Grundfläche entsteht, das sich als harmonisches Gegensatzpaar zu ergänzen weiß.

Die Silhouette des länglichen Baukörpers ist durch horizontale Stapelung bestimmt, das
Erscheinungsbild des kleineren, kubischen Baukörpers von vertikaler Reihung geprägt.

Horizontalität und Vertikalität, Einschnitte und Ausschnitte– das sind die zentralen Themen des architektonischen Konzeptes des Gebäudeensembles.

Wie harmonisieren beide Baukörper nun? Beiden architektonischen Ausformulierungen sind einige Gestaltungsprinzipien gemeinsam: Nach außen durchstoßende Wandscheiben, Vor- und Rücksprünge sowie Einschneidungen der Baumassen rhythmisieren die Silhouetten der Baukörper. Gleichzeitig schaffen sie individuelle Rückzugsorte wie geschützte Eingangsbereiche oder innenliegende Terrassen ohne sich künstlich vor der unmittelbaren Umgebung zu verschließen.

Jene begrenzenden Wandscheiben werden auch im Zusammenhang mit bündigen Verglasungen nicht unterbrochen, sie lösen sich lediglich an diesen Stellen in öffenbare Drehlamellen auf.
Spezielle auskragende Lichtbänder unterstreichen die Horizontalität und die damit
einhergehende optische Streckung des großen Baukörpers. Ähnliche gebäudehohe Vertikalverglasungen heben die charakteristische Vertikalität
des kleinen Baukörpers hervor, der so zu einem adäquaten, spannenden Gegengewicht zu seinem Nachbargebäude wird.

Die abwechslungsreichen Ein- und Ausschnitte
mit ihren unterschiedlichen Verglasungen – Vollverglasung, Lichtbänder und Fenster mit vorgesetzten Lamellen – erschaffen nicht nur vielschichtige Lichtstimmungen innerhalb der individuellen Wohnungen, sondern ergeben auch spannungsvolle Blickbeziehungen mit dem Umgebungskontext, insbesondere mit dem direkt angrenzenden Park.
In unterschiedlichen Facetten öffnet sich das Gebäude mal stärker, mal dezenter der Umgebung.
Jede einzelne Perspektive auf beide Baukörper erlaubt einen unverwechselbaren, interessanten Eindruck.

Eine wahrhaftige Basis für ein generationenübergreifendes Konzept wird mit der Erschließung, Varietät und Anordnung der einzelnen Wohneinheiten geschaffen und im Weiteren mit dem Gemeinschaftskonzept ergänzt.

Die Erschließung des Gebäudeensembles erfolgt straßenseitig (West). Im großen Baukörper ist der Erschließungskern mittig (West) angeordnet, im kleineren Baukörper befindet er sich über Eck (Nord-West). Die Gebäude werden jeweils über ein kleines Eingangsfoyer betreten, von dem aus man über eine großzügige dreiläufige Treppe oder den im Treppenauge liegenden Aufzug barrierefrei zu den einzelnen Wohneinheiten gelangt.

Die Eingangssituationen beider Gebäude werden im Zuge des Konzeptes der weitergeführten oder ausgeschnittenen Wandscheiben als geschützte Bereiche ausgebildet. Diese nehmen neben der Funktion des Sichtschutzes auch wichtige Nebenfunktionen wie Briefkästen, Klingelanlagen und Beleuchtung auf. Selbstverständlich werden beide Zugänge barrierefrei ausgebildet, außerdem ist ein Verbindungsweg parallel zur Straße zwischen den Gebäuden vorgesehen.

Aufgrund der generationenübergreifenden Durchmischung der Baugemeinschaft, von der jungen Familie mit Kindern über alleinstehende Mittvierziger bis hin zu älteren Menschen, sieht das Gebäudeensemble sehr unterschiedliche Wohnungsgrößen und Raumkonfigurationen vor, die den individuellen Bedürfnissen entsprechen, sodass sich „vom Kind bis zur Oma“ jede Generation darin wiederfinden kann.

Insgesamt bietet das Gebäudeensemble eine ausgewogene Anzahl von acht Wohneinheiten.
Im großen Baukörper wie auch im kleinen Baukörper sind vier Wohneinheiten vorgesehen.

Die Grundrisskonzeptionen der Wohnungen folgen den zeitgemäßen Prinzipien des individuellen, multifunktionalen und flexiblen Wohnens. Trotz eines homogenen Gesamtkörpers besitzt jede einzelne Wohnung durch die Vor- und Rücksprünge der Baukörper ihren individuellen Zuschnitt und auf diese Weise ihren unverwechselbaren Charakter. Eine durchgängig fließende und helle Grundrissgestaltung mit großzügigen, offenen Wohn-Ess-Koch-Bereichen gewährt Multifunktionalität im Sinne der individuellen Wohnungsnutzung. Besonderes Merkmal aller Wohneinheiten sind die spannungsvollen Sichtbeziehungen zum Park, die sich aus den vielfältigen Fensterausschnitten und Terrasseneinschnitten ergeben. Diese architektonischen und räumlichen Details ermöglichen in einem strukturellen Gesamtzusammenhang einen um ein Vielfaches gesteigerten Wohnwert verbunden mit einer unschätzbaren Lebensqualität.

Der urbane Kontext
Grüne Fuge, Forum K und Stuttgart City – eine enge Verknüpfung

Das Bebauungsgebiet W1 grenzt in seiner
exzellenten Lage an die „grüne Fuge“, die Verlängerung des Höhenparks mit seinen Attraktionen wie dem Killesbergturm, die Freilichtbühne oder das Höhenfreibad. Das sich von innen heraus
öffnende Baukörperensemble bildet einen markanten, baulichen Abschluss für diesen Parkrand.
In unmittelbarer Nachbarschaft gliedert sich das Forum K und das Scenario an, welche interessante Einkaufs- und Flaniermöglichkeiten bieten. Überdies ist das gesamte neue Stadtquartier mit nahegelegener Stadtbahn- und Busverbindung hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und auf diese Weise eng mit dem soziokulturellen Leben der Innenstadt Stuttgarts und der übrigen Stadtviertel verknüpft.

Die Gemeinschaft
Vielfältige Gemeinschaftsbereiche sollen kommunikativ und kreativ ausgestaltet sein

Ein ganz besonderes Augenmerk liegt auf dem Gemeinschaftskonzept beider Baukörper. Nach den Wünschen der zukünftigen Bewohner soll es einheitliche Gemeinschaftsräume geben, um den Zusammenhalt der Baugemeinschaftsphase zu intensivieren. Zum einen möchte man die öffentlichen Räume wie Keller, Waschküche und Tiefgarage kommunikativ so ausgestaltet sehen, dass sie zu einem mehr als alltäglichen Verweilen und Umgang mit den Nachbarn einladen. Da Kommunikations- und Kreativitätsförderung an vorderster Stelle stehen, sind zum andern auch gemeinschaftliche und kinderfreundliche Außenanlagen mit einer Grillstelle und festen Sitzgelegenheiten für alle Hausbewohner sowie ein großzügiger Spielplatz mit Rutsche, Sandkasten, Schaukel und Kletterwand vorgesehen. Übrige private Terrassenflächen im Erdgeschoss sollen bei beiden Baukörpern durch Trennwände, die sich aus der Gebäudearchitektur ergeben, im Zusammenspiel mit einem natürlichen Sichtschutz aus Bepflanzung., eingefriedet werden.

Die Freianlagen werden dauerhaft und robust, wartungsfreundlich und mit wieder verwendbarem Material gebaut. Private Abfall- und Wertstoffbehälter werden vollständig in das Gebäude integriert.
Die Tiefgarage mit Autoaufzug sieht aus funktionaler Perspektive ausreichend unterirdische Stellplätze für die Hausbewohner vor, sodass eine dauerhafte Belegung der externen Gastparkplätze vermieden wird. Außerdem sind in dieser Ebene auch die Kellerräume angeordnet, die in das helle, freundliche Gestaltungskonzept der Tiefgarage eingebunden sind. Die Begrünung der Tiefgarage ermöglicht die gemeinschaftliche Grünfläche zwischen den Gebäuden.
Fahrräder werden in einem in das Gebäude integrierten Fahrradraum untergebracht.

Qualität der Erscheinung und Materialität
Ein wechselvoller Kontrast zum Grün des Parks

Die klare Fassadengestaltung erschafft im Sommer einen wechselvollen Kontrast zum Grün des Parks durch die Verwendung von hellem Putz für die Baukörperflächen in Kombination mit Sichtbetonscheiben und dem Material Glas für die allgemeine Verglasung sowie für die Highlightfenster. Im Winter verschmelzen die Gebäude mit der umgebenden Landschaft zu einer harmonisierenden Einheit.

In unterschiedlichen Facetten öffnet sich das Gebäude mal stärker, mal dezenter der Um-gebung. Jede einzelne Perspektive auf beide Baukörper erlaubt einen unverwechselbaren, interessanten Eindruck.

Die geforderte Fassadenbegrünung hat ebenso ihren Platz im Gestaltungskonzept der Baukörper eingenommen. Die Balkongeländer des größeren Baukörpers werden abschnittweise flächig begrünt, um seine Horizontalität konsequent weiterzuführen. Am kleineren Baukörper erhalten die Putzoberflächen dieselbe Begrünung in vertikaler Ausrichtung. Außerdem sollen Sichtschutzwände begrünt werden.

Das Energiekonzept
Bauökologische Qualitäten

Auf den ersten Blick erscheint das Wohnbauprojekt „Bonnie & Clyde“ in seiner äußeren Erscheinungsform mit seinem stark strukturierten Baukörper und der damit im Verhältnis zu seinem Volumen relativ großen Oberfläche nicht als typisches Energiesparhaus. Auf den zweiten Blick ist jedoch bald zu erkennen, dass das Gebäudeensemble so auf unterschiedliche Verhältnisse und Bedürfnisse zu Beschattung und Besonnung während der wechselnden Jahreszeiten intelligent reagiert. So wird im Winter die flache Sonneneinstrahlung für passive Solarenergie genutzt und im Sommer die Aufheizung durch die Baukörperausformung erzielte Beschattung minimiert. Werte, die für eine urbane und nachhaltige Architektur sprechen, sind Leitmotive des Energiekonzeptes: ein hoher Wärmedämmstandard sowie langlebige und recycelbare hochwertige Materialien.

Es werden daher zwei Energieeinspar- und Energieversorgungskonzepte in Betracht gezogen, die einen KfW-55-Standard mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur unter Einsatz von regenerativen Energien vereinen.

Das erste, angestrebte Konzept sieht ein Blockheizkraftwerk mit Einspeisung in das städtische Versorgungsnetz vor. Fossile Energieträger sollen zugunsten von Fotovoltaik und Solarthermie möglichst vermieden werden.
Das zweite, alternative Konzept hat als Ziel, die komplette Deckung aller Energiebedarfe für Heizung, Warmwasser und Kühlung ausschließlich durch lokal vorhandene Umweltenergien wie Geothermie, Fotovoltaik und Solarthermie realisieren.
Bei beiden Konzepten ergeben sich große Vorteile aus einer maximalen Nutzung von kostenloser und umweltfreundlicher Solarenergie, deren Solarmodule auf dem Gründach angebracht werden sollen. Die Verwirklichung dieser ökologischen und verantwortungsbewussten Solarkomponente bedeutet eine prozentmäßige Erhöhung der nichtbegrünten Dachfläche.
Es werden zwei unterschiedliche und sich nicht ergänzende Energiekonzepte in dieser Phase des Projektes als sinnvoll erachtet. Dadurch kann in vertiefenden Planungsphasen ein für die Nachhaltigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit optimales Ergebnis für das Gebäudeensemble erzielt werden.
Außerdem erzeugen die thermisch aktivierten Böden, Wände oder Decken sowie eine kontrollierte Lüftung, welche sich hinter den öffenbaren Lamellen befindet, einen hohen Komfort durch Behaglichkeit für die Bewohner.
Der Konstruktionsaufbau der Wohngebäude weist – wie es in beiden Konzepten vorgesehen ist – sehr gute Wärmedämmwerte auf. Diese kommen durch eine Dreifachverglasung aller Fenster und Türen und durch Verwendung eines hocheffzienten Wandaufbaus mit neuester Wärmedämmtechnologie zustande. Das Gründach wird so ausgebildet, dass es eine Filterfunktion des Regen- und Schmelzwassers übernimmt, sodass es als Brauchwasser eingesetzt werden kann oder in einer Zisterne gespeichert wird.
Für die Konstruktion der Baukörper wird trotz der individuellen Form eine weitgehende Vorfertigung des Rohbaus angestrebt, was den Aspekt der Wirtschaftlichkeit erfüllt. Das geschlossene Treppenhaus bei beiden Gebäuden sowie die Vorräume aller Wohnungen bilden eine raumklimatische Pufferzone und sorgen ebenfalls für thermische Behaglichkeit.

Zusammenfassend zeichnen sich beide Energiekonzepte durch ökologische Verantwortung und Nachhaltigkeit aus und setzen ein deutliches Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Eine effziente Architektur und Exzellenzbausteine bestehend aus erprobter Hochtechnologie und besten Baustoffen bilden die inneren Qualitäten eines nachhaltigen Energiesparhauses der 3. Generation.

Vorteile für die Stadt

– Wertsteigerung des Grundstücks und damit des unmittelbaren Umgebungskontextes
– dauerhafte Belebung des neuen Stadtteiles durch Bindung von Mietern
– in dieser Toplage gute soziale Durchmischung von Eigentum und Miete durch Erhöhung der Vermietungsquote
– Green Image für die Stadt Stuttgart

Vorteile für die Umwelt

– Schonung natürlicher Ressourcen
– Ökologische Verantwortung

Vorteile für das Gebäude allgemein:

– Keine Brennstoffe im Gebäude (z. B. Gas, Öl)
– Keine Versorgung mit diesen Brennstoffen not wendig (z.B. Rohrleitungen, Infrastruktur, etc.)
– Unsichtbare Haustechnik (keine Radiatoren, kein Schornstein)

Einleitung

Die ersten Kontakte mit der Baugemeinschaft waren bereits geknüpft, als der aus Schwäbisch Hall stammende Mediator und Moderator Werner Tafel im November letzten Jahres an meinem Lehrstuhl für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen der Staatlichen
Akademie der Bildenden Künste anrief. Mit dem Hintergrund einer motivierten Baugemeinschaft hatte Herr Tafel die Idee, die dem Bebauungsgebiet am Killesberg benachbarte Kunstakademie in den Entwurfsprozess miteinzubeziehen.

Die Verknüpfung von Forschung, Lehre und Praxis ist mir seit über 25 Jahren Berufserfahrung als Architekt, Baukünstler und Hochschullehrer ein zentrales Anliegen. Als Herr Tafel mir den Vorschlag unterbreitete, gemeinsam mit einer Baugemeinschaft am Killesberg ein innovatives Projekt zu entwickeln, habe ich ohne Zögern zugesagt und zeichne mich seither mit meinem Lehrstuhl und einer jungen und exzellenten Auswahl an Studierenden meiner Baukunstklasse verantwortlich für Funktion, Form und Atmosphäre des Wohngebäudes, das wir studentisch frech „Bonnie & Clyde“ getauft haben. „Ich werde Studierenden nicht sagen wie Architektur auszusehen hat oder was Architektur ist – sondern sie auf eine Reise schicken, deren Ausgangspunkt und Richtung die Studierenden selbst vorgeben können, wenn sie wollen. Ich werde ihnen auch nicht ihre Des-
tination oder ihre Ziele vorschreiben, ich sehe mich verantwortlich, Entscheidungshilfen zu bieten, ihnen meine Erfahrung und mein Wissen zur Verfügung zu stellen, sie in ihrer persönlichen Arbeitsweise zu unterstützen, ihre Talente fördern, ihre Schwächen aufzuzeigen und sie auf ihrem Weg eine Zeitlang zu begleiten. Wichtig ist es bei aller Unterstützung zur Mit- und Selbstbestimmung seitens der Unterrichtenden trotzdem klare Strukturen anzubieten, um die Übermittlung und Festigung von Basiswissen zu gewährleisten, das in der Berufspraxis unabdingbar notwendig ist. Mit viel Einsatz aller, Lehrender und Studierender – und den kann es nur geben, wenn sehr viel Liebe zur Aufgabe vorliegt – ist eine transdisziplinäre Baukunstausbildung besonders gut in den kleinen, aber feinen Klassen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste möglich.“
Diese Liebe zur Architektur und das vielgerühmte Kreativpotential der jungen Studierenden galt es nun mit dem ebenso starken Interesse seitens einer stetig wachsenden Baugemeinschaft in Einklang zu bringen. Plante man anfangs noch mit dem kleinen nördlichen Baugrundstück mit drei bis vier Parteien, entschloss man sich nach dem ersten Vorabtreffen Mitte Februar selbstbewusst mit 9 bis 12 Parteien zu rechnen und damit den Wettbewerb um den größeren Bauplatz in Angriff zu nehmen.

Alle Ideen, Entwürfe, Pläne und Texte des Wohnbauprojekts „Bonnie & Clyde“ stammen aus den Köpfen, Bäuchen und Herzen der jungen angehenden ArchitektInnen meiner Baukunstklasse. Sie haben mit dieser Arbeit nicht nur bewiesen das vorher theoretisch Gelernte anwenden zu können, sondern die so wichtigen Verknüpfungen zwischen Kreativität und Wissen aktivieren zu können – erst aus diesem Prozess heraus entsteht etwas, das als Architektur bezeichnet werden kann. Selbstverständlich wurden seitens des Lehrstuhls und der Stammler Architekten die Entwürfe auf ihre Realisierbarkeit besprochen, die Pläne auf ihre Richtigkeit geprüft und die Berechnungen und Texte gelesen. Wir achteten jedoch sehr daruf, dass der junge und authentische Charakter der Arbeit durch unsere Einflussnahmen nicht leidet.
Um ein praxisnahes und realisierbares Projekt auf die Beine stellen zu können, war mir als österreichischer, aber international tätiger Architekt von Anbeginn an klar, ein Architekturbüro aus dem Raum Stuttgart einbinden zu müssen. Meine Wahl fiel auf Felix Stammler, selbst „Kind dieser Akademie“, ehemaliger Lehrer ebendort, damit auch Bezug zu studentischen Arbeiten und dritte Generation eines lokalen Architekturbüros mit veritablen Qualitäten in allen Leistungsphasen. Wenn die Bewerbung unserer Baugemeinschaft den Zuschlag erhält, werden die Studierenden im Architekturbüro Stammler die Möglichkeit haben, neben der Ausbildung an der Akademie, in den Ferien und auch im Praxissemester bei fairer Bezahlung ihr Projekt weiter begleiten und erleben zu können.
In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass die Baugemeinschaft sowohl das
Architekturbüro als auch meinen Lehrstuhl und die Studierenden adäquat bezahlt und großzügig für die Material- und Nebenkosten aufkommt. Das Team um Werner Tafel, Felix Stammler und den Lehrstuhl für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen wurde keineswegs engagiert, um Geld einzusparen, sondern um mehr Qualität zu erzielen – nicht nur für das Bewerbungsverfahren, sondern nachhaltig auch für die weiteren Planungs- und Realisierungsphasen.

Prof. Mark Blaschitz

Vorstand
Lehrstuhl für Wohnbau, Grundlagen und Entwerfen
Staatliche Akademie der Bildenden Künste  Stuttgart

Baubeschreibung nach Vergabekriterien

1. Kaufpreis
Der gebotene Kaufpreis entspricht der ausgezeichneten Lage des Grundstücks, er rangiert aber ganz bewusst aus folgenden Gründen nicht im Höchstpreissegment:
1.1 Die max. Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,2 wird nicht ausgereizt.
1.2 Der markante Abschluss am Parkrand verlangt eine Investition in besonders
qualitätvolle Architektur.
1.3 Für diese Toplage soll eine möglichst große soziale Durchmischung erreicht wer-
den.
1.4 Für die Umsetzung des engagierten Energiekonzeptes soll ausreichend Kapital
vorhanden sein.

2. Entwurfskonzept
2.1  Energieeinspar- und Energieversorgungskonzept: Ziel ist der KfW55-
Standard und darunter, angestrebtes Konzept: Blockheizkraftwerk mit Einspeisung
in das städtische Versorgungsnetz und Einsatz von regenerativen Energien wie
Fotovoltaik und Solarthermie (Alternative: Fotovoltaik, Solarthermie und Geothermie)
2.2  Besondere bauökologische Qualitäten: Vermeidung des Einsatzes von fossilen
Brennstoffen, langlebige und recycelbare, hochwertige Materialien, wirtschaftliche Bau-
weise mit hohem Vorfertigungsgrad, Minimierung des Abfall- und Sondermüllvolumens
auf der Baustelle
2.3  Architektonische Gestaltung: Individuelle und strukturierte   Baukörper, die sich
angemessen in das neue Stadtteilkonzept Killesberg einfügen. Einerseits stellen sie
einen Übergang zur Kochenhofsiedlung dar, andererseits bilden sie einen markanten
baulichen Abschluss des Parkrandes
2.4 Umweltschonende Bauweise: flächenschonende Unterbringung von Stellplätzen
durch Stapelsystem in der Tiefgarage; Integration von Nebenanlagen in das Gebäude;
Dachbegrünung; GRZ 0,4; GFZ 1,1

3. Gruppenkonzept
3.1 Prozess der Gruppenbildung: Begleitung der Gruppenbildungsphasen durch eine
Moderation; transparenter und öffentlicher Gruppenbildungsprozess; regel-
mäßige Treffen der Baugemeinschaft mit dem Architekten und der Kunstakademie
3.2 Kinderfreundlichkeit: kinderfreundliche Außenanlagen, großzügiger Spielplatz mit
Rutsche, Sandkasten, Schaukel, Kletterwand, Mal- und Kreativbereich; barrierefreie
Erschließung in den Geschossen
3.3 Gemeinschafts- und  Gästeräume: gemeinschaftliche Freiflächen mit Sitzgelegen-
heiten und  Grillstelle, gemeinsamer Stellplatznachweis durch Tiefgarage (optional mit
Tageslicht), helle, freundliche Ausgestaltung von Tiefgarage, Fahrradraum, Keller,
Waschküche
3.4 Haus- und Wohnungsgrundrisse: multifunktional, individuell, flexibel, neutral
3.5 Generationenübergreifendes Konzept: „vom Kind bis zur Oma“, barrierefreie
Erschließung

 

Das erste Treffen

Nach einer kleinen Einführung in den professionellen Umgang mit Bauherren durch den Moderator und Mediator Herr Tafel waren die Studierenden nun gut vorbereitet auf das erste Kennenlernen mit der Baugemeinschaft, sprich den zukünftigen Bewohnern. Angesichts der realen Bauherren jedoch schrumpften die zuvor erlernten selbstbewussten Vorsätze auf ein Minimum. Den Tenor der gemein-
samen Vorstellungsrunde fasst Maria zusammen: „Wir freuen uns sehr, dass ihr dieses Wagnis mit uns eingeht und sind gespannt auf die nächsten Wochen…“ Doch die lockere Stuhlkreisatmosphäre im Atelier der Klasse Baukunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart löste sehr schnell alle kollektive Schüchternheit und ermöglichte beiden Parteien einen regen Austausch von Informationen, Wünschen und Vorstellungen. Mit Zuversicht gingen die Studierenden nach diesem langen Abend nach Hause.
Fazit: „Obwohl wir erst im 3. Semester sind, werden wir das Kind schon schaukeln.“

Entwurfsprozess Phase I

Mit vielen Gedanken gefüllt ging es dann bereits am frühen Morgen des nächsten Tages daran, einen Ideenpool zu erstellen, aus welchem sich später drei möglichst unterschiedliche Projekte entwickeln sollten. Eine Vielfalt an Studien zu Grundrisskonzeptionen, Materialitäten oder zur Verwendung von regenerativen Energien suchte alsbald ihre Ergänzung mit Ideen zur Fassadengestaltung, zur Einbindung der grünen Fuge oder zum Umgang mit Licht.
Dieser Konzeptreichtum machte die Einigung auf drei zu verfolgende Entwürfe nicht leicht. Dreizehn Köpfe mit dreizehn unterschiedlichen Meinungen diskutierten energisch und kritisch bis tief in die Nacht, schoben Ideen hin und her, bis sich drei Entwurfsansätze herauskristallisierten. Zu bemerken ist, dass sich Prof. Blaschitz in allen Fällen lediglich ein Vetorecht vorbehielt und den Studierenden die Entscheidung überließ. Der Entscheidungsprozess berücksichtigte neben Idee und Konzept wichtige Kriterien wie den Realitäts- und Ausführungsgrad, die baukünstlerischen Qualitäten – und neben all diesen Kopfentscheidungen – auch das Bauchgefühl. Nach einer Nacht mal drüber schlafen wurde die Entscheidung vom Vortag nochmals bestätigt. Wir hatten ein gutes Gefühl mit jeder der drei ausgesuchten Varianten.

Entwurfsprozess Phase II

Die verbleibenden Tage bis zum nächsten Bauherrengespräch dienten dazu, aus den drei ausgewählten Konzepten funktionierende Entwürfe zu gestalten und ihnen einen markanten, überzeugenden Ausdruck zu verleihen.
Die Baukunstklasse – obwohl in drei faktisch miteinander konkurrierende Gruppen eingeteilt – kreierte in ständiger gemeinsamer Kommunikation und guter Laune stehend, drei mehr als nur interessante Projekte. Nebenbei sorgte Prof. Blaschitz für unser leibliches und vor allem geistiges Wohl und streute hier und da trotz des beengten Zeitfensters eine Lehreinheit zu verschiedensten Themen wie Grundrisse, Fassaden oder Konstruktionen à la „Das geht sich nicht aus mit…“ ein.

Entwurf „Das Band“

Entwurf „Horizontal Vertikal“

Entwurf „Dritte Haut“

Aufgrund der deutlichen Vorstellungen der Baugemeinschaft zu Flächenausnutzung und Gebäudekubatur hätten die Projekte nicht unterschiedlicher und doch zutreffender ausfallen können. Jeder Entwurf ist für sich einzigartig und durch verschiedene Schwerpunkte charakterisiert. So gab es von der Gruppe Alexandra, Luisa, Jaegu, Ina und Rebekka die fantastische Idee einer „Dritten Haut“, die jedes der Gebäude spielerisch umschließt. Spannend gesetzte Aussparungen und Perforationen ermöglichen besondere Lichtspiele in den Innenräumen wie auch in der Außenhaut. Das zweite Projekt mit dem Titel „Das Band“ der Gruppe um Lena, Lorenz, Sarah und Alexander behandelte auf originelle Weise das Thema der Baukörperverbindung durch Bänder. Diese sollten als verschiedenfarbige Pflanzenteppiche einheitlich über beide Baukörper gelegt werden, um so mit der angrenzenden grünen Fuge zu verschmelzen. Die dritte Gruppe „Horizontal/Vertikal“ mit Ann-Kathrin, Maria, Mike und Friederike verwandelte die Idee der Wechselbeziehung zwischen horizontal und vertikal in konsequente und zeitgemäße Raumkonfigurationen und Bauskulpturen.

Das zweite Treffen

Der Ausstellungssaal des Neubau I der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bildete den richtigen Rahmen für das zweite Treffen mit ca. 45 Personen. Weitere Interessenten sind gekommen, die von dem Gedanken an ein von Kunstakademie-Studenten gestaltetes Wohnen am Killesberg begeistert sind. Als alle um einen großen Tisch versammelt waren, präsentierte ein Vertreter jedes Teams das jeweilige Projekt. Vor Neugier gespannte Stille herrschte – das Regiekonzept, welches zwar eigentlich nur auf die drei bisherigen Bauherren ausgelegt war, funktionierte ausgezeichnet mit der großen Interessentengruppe. Jeder Entwurf wurde Blatt für Blatt vorgestellt, sodass nicht nur der Entwurfsprozess, sondern auch komplexe Gestaltungszusammenhänge leicht verständlich gemacht werden konnten.
Nachdem von den Bauherren eine einstimmige Entscheidung für das spannende Projekt mit dem Arbeitstitel „Horizontal/Vertikal“ getroffen worden war – was in der Strategie seitens der Baukunstklasse natürlich so angedacht war – entflammte gleich darauf eine engagierte Diskussion um die Wohnflächenkonfiguration und weitere Gebäudeausgestaltung. Die Baugemeinschaft komplettierte sich Zug um Zug – ein wahrer Erfolg für die Baukunstklasse! Die intensive Auseinandersetzung der aktiven Baugemeinschaft rund um den ausgewählten Entwurf lieferte auch eine Menge Input für die Studierenden, wobei sich Prof. Blaschitz die Zeit nahm, das Geschehen im Gespräch mit seinen Studierenden nach Lehrinhalten und realitätsnahen Erfahrungswerten zu kommentieren.

Entwurfsprozess Phase III

Die dritte Entwurfsphase begann nun mit einer knallharten Planung. Alles, was in den Anfangsstadien noch einen freien Charakter besaß, wurde nun konsequent durchkonstruiert und –strukturiert.
Zuallererst mussten die Gruppen neu gebildet und Zeitpläne für die nächste Phase erstellt werden, was nicht von Prof. Blaschitz vorgegeben wurde, sondern von den Studierenden selbständig erarbeitet wurde. Die anstehenden Aufgaben wurden ganz in der Manier eines professionellen Architekturateliers in verschiedene Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Es gibt nun eine Redaktions-, eine Grafiker- und die Entwurfsabteilung, die parallel zu arbeiten begannen.
Rebekka, Luisa, Alexandra und Lorenz bildeten die Redaktion und stürzten sich ganz explizit auf alles das, was sich mit Texten beschäftigt. Es geht zum einen um die Vorstellungen der Baugemeinschaft, deren Gedanken und Intentionen. Dies steht ganz stark in Verbindung mit einer ausführlichen Dokumentation des Entwurfs- und Planungsprozesses, sowohl in Text als auch in Bildform. Des Weiteren galt es eine Aufarbeitung des Informationsbestandes durchzuführen und die architektonische Sprache des Baukörpers in Worte zu fassen. Parallel dazu arbeitete eine weitere Gruppe, bestehend aus Ina, Sarah und Alexander, die sich „Grafixs“ nennen (keine studentische Bewegung sondern die Büroabteilung Grafik, Anm. d. Red.) das Layout aus. Hier werden die Farbskalen, Schriftgrößen, Planmuster und Renderings durch und durch gestaltet und eine Art Bild- und Schriftsprache entworfen, die dem Studierendenbüro einen gemeinsamen Ausdruck verleiht. Mehrere Testdruckbögen und Farbskalen waren von Nöten, um eine schöne Plangrafik, die jedem Studenten, der Baugemeinschaft und vor allem der Jury gerecht werden soll, zu gestalten.
Der Entwurf muss mit dem Prozess und all seinen Qualitäten lesbar dargestellt werden, bevor er seine architektonischen Werte erkennen lässt, worum sich eine dritte Abteilung kümmert, die Planungsabteilung. In dieser Abteilung mit Mike, Friederike, Jaegu, Maria, Lena und Ann-Kathrin ging es schon seit Beginn drunter und drüber. Besonders das „Darunter“ sollte ein großes Sorgenkind darstellen: Die Entwicklung einer den Ansprüchen der Bewohner gerecht werdenden Tiefgarage mit ausreichend Stellplätzen, Keller- und Gemeinschaftsräumen galt es hierbei auf engstem Raum unterzubringen. Während der eine Teil also die Tiefgarage hin- und herwälzte, arbeitete der Rest an der Fassadengestaltung, dem 3D Modelling, den adäquaten Grundrissen und an einem passenden Wettbewerbsmodell. Der Planungsprozess geschah in ständiger Rücksprache mit Prof. Blaschitz, aber auch immer mit dem „Büro“, d.h. den Kommilitonen.

Das dritte Treffen

Die Baugemeinschaft staunte nicht schlecht, welcher Anblick sich ihnen am Montagabend bot: Unermüdlicher Arbeitseifer seitens der Baukunstklasse und ihrem Professor hatte innerhalb einer Woche es ermöglicht, nun ein (fast) fertiges Projekt präsentieren zu können. Die grafische Aufarbeitung des Teams Sarah, Ina und Alexander anhand des alten Projektstandes überzeugte genauso wie die planerischen Optimierungen in Grundriss und Ansichten, die von Friederike, Maria, Anni, Lena, Jaegu und Mike ausgearbeitet wurden. Auch die Texte zum Projektinhalt, zu den Beteiligten und zur Dokumentation der Redaktionsgruppe, Luisa, Alexandra, Rebekka und Lorenz erschienen stimmig. Darüberhinaus konnten die Studierenden den Bauherren eine Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten bieten: Die Papier- und Erscheinungsqualität der Plakate und des Modells anhand verschiedener Studien sowie die Materialität der Baukörper, die in einer Vielzahl von Renderings untersucht wurde. Dominierendes Thema waren dank – oder trotz – des gewinnenden Auftretens des Entwurfs die Kosten für Wettbewerb und Kostenschätzungen für eine etwaige Realisierung. In allen weiteren Entscheidungen, welche die Findung des Projekttitels, des Modellstils oder des „Feintunings“ an Plangrafik und Entwurf betreffen, erhielten die Studenten freie Hand. Der Endspurt konnte beginnen!

Entwurfsprozess Phase IV

In der darauffolgenden Nachbesprechung ließ man den letzten Termin Revue passieren. Danach erarbeitete man selbständig in Kleingruppen die Ziele für die Endphase des Entwurfs, da Prof. Blaschitz besonders innerhalb dieses Realisierungsprojektes Wert auf eine adäquate Ausbildung jedes Einzelnen zum Gruppen- oder Büroleiter in einem Architekturatelier legt. Das neu zusammengesetzte
Planungsteam mit Friederike, Lena und Luisa beschäftigte sich nun mit der Fassadenbegrünung, den endgültigen Ansichten sowie dem Schnitt durch beide Baukörper samt Tiefgarage. Alexandra und Maria gaben der Außenanlagenplanung, welche die Gemeinschaftsbereiche und die Privatgärten betrifft, eine angemessene Struktur in öffentliche, halböffentliche und private Räume.
Zum Modellbauteam mit Jaegu stießen Mike und Lorenz hinzu, die mit Engelsgeduld das kleinteilige Modell fertigten. Die Redaktion schloss sich nun mit einem Teil des Layoutteams zusammen, Rebekka und Ina arbeiteten gemeinsam, um den Plan- und Broschürenauftritt auf das gewünschte und überzeugende Ergebnis zu bringen. Alexander renderte die Perspektiven des Entwurfsstandes, Sarah und Ann-Kathrin überarbeiteten die endgültigen Grundrisse und Ansichten, um das vorher Entwickelte in ein homogenes und leicht lesbares Planbild umzusetzen. Und wie motiviert man sich nicht nur als Studierende, sondern auch als Professor, um in dieser kurzen und intensiven Zeit die bisherigen Errungenschaften schließlich auf den Punkt zu bringen? Prof. Blaschitz formulierte es so: „Wir geben nun weiterhin 120% und ab Montag, da sind Ferien!“

Das vierte Treffen

Bei der letzten Zusammenkunft der „Nestworker“ wurden die verbleibenden Rahmenbedingungen besprochen und der Auftritt für das Bewerbungsverfahren mit einem guten Gefühl seitens der Bauherrengemeinschaft abgesegnet.

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